
Die überaus große Mehrheit der Klimaforscher, das sind immerhin 97 Prozent, vertreten die Meinung, dass die Ursachen des Klimawandels menschengemacht sind. Diese Wissenschaftler mahnen zugleich an, dass nur „wir“, die Menschen, etwas gegen den Klimawandel tun können. Das ist das Fazit einer Kleinen Anfrage von AFD-Abgeordneten im Bundestag vom August 2019 (dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/126/1912631.pdf).
Eine der wichtigsten Metastudien stammt aus dem Jahr 2016 und wurde von James Powell veröffentlicht. Powell hat 54.195 Studien von Fachkollegen aus dem Zeitraum von 1991 bis 2015 geprüft und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass im Durchschnitt 99,94 Prozent der Forscher von einem menschengemachten Klimawandel ausgehen. (Powell, James Lawrence: The Consensus on Anthropogenic Global Warming matters, in: Bulletin of Science, Technology & Society, 2016, Vol. 36(3) S. 157–163). Frühere Untersuchungen von Powell weisen die gleiche Tendenz auf. So konnte er einen weitgehenden Konsens unter den Klimaforschern feststellen. Lediglich 4 von 69 406 Verfassern nahmen eine kritische Position zum menschengemachten Klimawandel ein. (Powell, James Lawrence: Climate Science Virtually Unanimous: Anthropogenic Global Warming is True, in: Bulletin of Science, Technology & Society, 2015, Vol. 35(5-6) 121–124).
Die Hauptursachen und Auswirkungen des Klimawandels
Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts gilt die Erderwärmung als eine der Hauptursachen des Klimawandels. Die geringfügigen Maßnahmen zum Klimaschutz steigern seit 30 Jahren das Risiko weiterer gravierender Veränderungen. Was passiert in den nächsten Jahren mit den Ökosystemen? Auf welche Folgen müssen sich die Menschen einstellen und welche Folgen sind heute schon sichtbar?
Neben dem Anstieg der globalen Temperaturen, denn nichts anderes ist die Erderwärmung, gibt es deutliche Auswirkungen des Klimawandels: die Niederschläge verändern sich, der Meeresspiegel steigt an und die Biosphäre ändert sich. Der Treibhauseffekt entsteht durch den zu hohen Ausstoß an Kohlendioxid. Die Erde und die Meere erwärmen sich in der Folge schneller und stärker. Aus dem Wasser steigt mehr Dampf auf, der zusätzlich zur Erwärmung beiträgt. In der Folge schmelzen die Gletscher, Tiere verlassen ihr ursprüngliches Siedlungsgebiet, Jahreszeiten verschieben sich. Die Meere absorbieren das Kohlendioxid und versauern. Wetterextreme sind die Folge. Es kommt zu verheerenden Waldbränden und Überflutungen.
Von besonderer Bedeutung sind dabei die sogenannten Kippelemente als überregionale Bestandteile des Klimas, die bereits durch eine relativ geringe äußere Beeinflussung in einen neuen Zustand versetzt werden können. Nach Hans Joachim Schellnhuber gibt es neun potenzielle Kippelemente. Dazu gehören u.a. das Abschmelzen des sommerlichen arktischen Meereises, der Zusammenbruch des indischen Sommermonsuns, die Entwaldung des tropischen Regenwaldes oder die Veränderungen im westafrikanischen Monsunsystems, um hier nur die markantesten zu nennen. (Joel B. Smith, Hans Joachim Schellnhuber, M. Monirul Qader Mirza: Vulnerability to Climate Change and Reasons for Concern: A Synthesis. In: IPCC Third Assessment Report – Climate Change 2001. Working Group II: Impacts, Adaptation and Vulnerability. Cambridge University Press, 2001).
Große Hoffnungen werden seit Jahren auf die Aufforstung der Wälder gesetzt. Doch hier passiert tatsächlich wenig. Nach wie vor werden große Flächen gerodet, noch dazu per Brandrodungen, die leider an der Tagesordnung sind. In Europa kämpft man in den Wäldern gegen Parasiten, die dem einheimischen Baumbestand zusetzen und die Landschaften nachhaltig verändern werden. In Mitteleuropa zeigt sich der Klimawandel besonders in den Alpen, denn die Felsen werden instabiler. Auch das Matterhorn ist betroffen. In der Arktis müssen sich die Tiere besonders schnell an die klimatischen Veränderungen anpassen. So ist der Lebensraum der Eisbären auf Spitzbergen stark bedroht.
Die Positionen der Klima-Skeptiker
In den letzten fünf Jahren hat die Zahl der Studien zugenommen, die nicht von einem menschengemachten Klimawandel ausgehen bzw. die die Rolle des Menschen als unerheblich ansehen. Trotzdem kann man davon ausgehen, dass der Klimawandel in der Wissenschaft unstrittig ist. Dafür gibt es in der breiteren Bevölkerung immer häufiger Stimmen, die von einer „Klimahysterie“ oder einer „Klimapropaganda“ sprechen. Eines der häufigsten Argumentationsmuster der Klima-Skeptiker stellt den Klimawandel an sich gar nicht infrage, sondern entschärft ihn vielmehr. Und zwar wird argumentiert, dass sich das Klima schon immer geändert habe und es ändere sich gerade auch wieder und wird sich in Zukunft ebenfalls ändern. Skeptiker sprechen davon, dass wir uns am Ende einer „kleinen Eiszeit“ befänden. Ein weiteres Argument spricht gegen die allgemeine Erkenntnis, dass der Klimawandel menschengemacht sei. Das Klima sei ein unkontrolliert ablaufender Prozess und könne gar nicht von Menschen beeinflusst werden. Der wissenschaftliche Konsens, dass der Anstieg der Treibhausgase für die Erwärmung verantwortlich ist und dass dieser Anstieg definitiv menschengemacht ist, bleibt unter den Skeptikern vollständig außer Acht (https://www.nzz.ch/wissenschaft/klimawandel-forscher-antworten-auf-die-argumente-von-skeptikern-ld.1468011#subtitle-argument-1-es-gab-schon-immer-warm-und-kaltzeiten).
Was tun? Strategien für die Zukunft
Der Klimawandel ist möglicherweise die größte Herausforderung der Menschheit. Forscher warnen zwar seit vielen Jahrzehnten vor den Gefahren, doch in der Öffentlichkeit ist dieses überlebenswichtige Thema erst seit Greta Thunberg und der Fridays-for-Future-Bewegung angekommen. Jeder Einzelne kann seinen Beitrag zum Klimaschutz leisten und zwar mit einfachen Maßnahmen. Umweltfreundlicher reisen. Das bedeutet weniger Flugreisen und häufiger die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen. Im Haushalt können Energiesparlampen und LEDs für eine bessere Energieeffizienz verwendet werden. Pro Jahr und Lampe kann man CO2-Einsparungen von 250 kg erreichen. Das eigene Konsumverhalten kann überdacht werden. Was braucht man wirklich? Wie schnell werden Dinge weggeworfen, die eigentlich noch benutzt werden könnten. Auch eine bewusste Ernährung kann zum Klimaschutz beitragen. Müssen im Winter Südfrüchte und andere exotische Lebensmittel in deutschen Supermärkten angeboten werden? Nicht nur die Produktion sollte im Fokus stehen, sondern auch der Transport. Der Rückgriff auf regionale Produkte ist energieeffizient und stärkt zu dem noch die eigene Wirtschaft.
Das Fazit kann daher nur lauten: Beim Klimaschutz zählt jeder Einzelne und der ganz bewusste Umgang mit dem Ressourcenverbrauch. Nur wenn es gelingt, die Emissionen auf ein Minimum zu reduzieren, kann dem Klimawandel vielleicht noch Einhalt geboten werden. Damit die Menschheit auch noch in Zukunft auf der Erde leben kann.